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Diagonalschritt DS Drucken E-Mail
  
Beschreibung

Der Diagonalschritt, kurz DS, kann als die Grundbewegungsform der klassischen Techniken gesehen werden. Er ist charakterisiert durch eine diagonale Kreuzkoordination von Armen und Beinen, welche im täglichen Leben auch bei vielen anderen Tätigkeiten auftritt (z.B. Gehen mit Stöcken, Laufen, ...) [4].
  
Die Ausführung des Diagonalschritts kann sehr langsam vonstatten gehen, wie etwa beim Schiwandern, oder zügig und dynamisch mit einem betonten Wechsel von Gleit- und Abdruckphasen. Im steilen Gelände kann die Gleitphase sogar entfallen, eine Abdruckphase folgt dann unmittelbar auf die nächste, man führt also richtiggehende Sprungschritte aus.
  
Der Diagonalschritt findet bei den klassischen Techniken häufig Anwendung und hat daher eine hohe Bedeutung im Schilanglauf. Er wird in der Ebene, in leichten und mittleren Anstiegen und bei Übergängen und Richtungsänderungen (Bogenlaufen) eingesetzt.

          
  

Bewegungsvideo frontal

Bewegungsvideo frontal       

Bewegungsvideo seitlich

Bewegungsvideo seitlich      

     
   

Der Bewegungsablauf des Diagonalschritts beginnt mit dem Druckpunktnehmen [4]:

  
Diagonalschritt Druckpunktnehmen frontalDiagonalschritt Druckpunktnehmen seitlichMit dem Abstoßbein wird der ideale Druckpunkt für die folgende Abdruckphase gesucht. Das Bein wird leicht gebeugt, der Körperschwerpunkt senkt sich ab und die Oberschenkelmuskulatur wird vorgespannt. Das Körpergewicht liegt jetzt auf dem Abstoßbein, der Arm auf dessen Seite schwingt vor, der diagonal gegenüber führt bereits den Stockeinsatz aus.
   
Diagonalschritt Abdruckphase frontalDiagonalschritt Abdruckphase seitlichNun folgt die Abdruckphase: die Streckung des Sprung-, Knie- und Hüftgelenks des Abstoßbeins ergibt den nötigen Vortrieb für die Bewegung. Der Winkel zwischen Abdruckbein und -fläche sollte zwischen 35-60° liegen. Das Gewicht wird auf das Gleitbein verlagert, der eine Arm wird weiter vor geführt, der andere beendet den Stockeinsatz.
   
Diagonalschritt Gleitphase frontalDiagonalschritt Gleitphase seitlichNach der Beinstreckung schließt die Gleitphase an, welche durch das einbeinige Gleiten über der Standfläche des Gleitbeins gekennzeichnet ist. Die Beugung des Gleitbeins wird kleiner, der Körperschwerpunkt hebt sich und das Gleitbein wird entlastet. Der Arm auf der Seite des Abstoßbeins ist vorne, bereit zum Stockeinsatz, der andere hat den Armabstoß beendet.
   
Diagonalschritt Beinschwungphase frontalDiagonalschritt Beinschwungphase seitlichNach der Gleitphase setzt die Beinschwungphase ein. Das Abstoßbein schwingt aktiv nach vorne, bis zum nahezu gestreckten Gleitbein. Der Stock auf der Seite des Schwungbeins sticht ein und beginnt seinen Einsatz, Arm und Stock der anderen Seite werden nach vor gebracht. Das Gleitbein beginnt die Beugung zur Absenkung des Gewichts.
   
Diagonalschritt Druckpunktnehmen frontalDiagonalschritt Druckpunktnehmen seitlichAm Ende dieses Zyklus steht erneut das Druckpunktnehmen, diesmal für das andere Bein, das bisherige Gleitbein. Danach laufen die gleichen Schritte ab wie oben, lediglich übertragen auf die andere Körperhälfte. Erst wenn auch diese Schritte durchlaufen sind, ist ein kompletter Bewegungszyklus des Diagonalschritts abgeschlossen.
  
Bewegungsmerkmale

Das Wesen des Diagonalschritts ist die diagonale Arm-Bein-Technik, d.h. das Bein und sein ihm gegenüberliegender Arm führen sinngemäß die gleichen vortriebswirksamen Tätigkeiten aus. Dieses Zusammenspiel verleiht dem Diagonalschritt auch seinen Namen .
   
Die parallele Schiführung und das Absenken des Körperschwerpunkts bei Belastung nur eines Schis bewirken das Entstehen von Haftreibung an dessen Unterseite. Das dortige Haftwachs bzw. die Steighilfen und die Schneekristalle greifen ineinander, die Voraussetzungen für den erfolgreichen Abdruck sind somit gegeben.
  
Der Beinabdruck erfolgt nach vorne oben, um die maximale Vortriebswirkung zu erzielen. Das Gleiche gilt für den Armabstoß, der gleichzeitig mit dem Beinabdruck erfolgt.
   
Der Vortriebsimpuls aus dem Abdruck ist möglichst verlustfrei in die Gleitphase mitzunehmen und dort möglichst lange zu halten, bevor der nächste Impuls vom gegengleichen Bein- und Armabstoß erzeugt wird. Um dies zu erreichen, muss der Gleitschi durch Heben des Körperschwerpunkts entlastet werden. Dies verringert dann seine Gleitreibung.
  
Die Arme sind beim Stockeinsatz leicht gebeugt, die Hand ist maximal in Kopfhöhe. Der Einstichwinkel des Stockes muss kleiner sein als 90°, um nicht dem Vortrieb entgegen zu arbeiten. Bei 30° wird ein optimaler Vortrieb erreicht. Der Stockeinstich sollte möglichst nahe beim Fuss im Bereich der Schuspitze erfolgen. Die Arm- und Stockführung muss parallel zur Spur erfolgen [4].

  
Lernen, Üben, Festigen

Der Diagonalschritt muss ganzheitlich erlernt werden, indem die Erfahrungen aus dem täglichen Leben beim Gehen und Laufen auf Schi umgesetzt werden.
  
Besonderes Augenmerk ist auf die richtige Ausprägung der diagonalen Struktur der Technik zu legen (Vermeidung des Passgangs, d.i. ein gleichseitiger, gleichzeitiger und gleichsinniger Arm- und Beineinsatz).
  
Bewegungserfahrungen aus vorbereitenden Übungen (Koordinationsübungen für den Stockeinsatz, Laufen in ungespurtem Gelände, Drücken nach vorne oben beim Sprinten auf Schiern etc.) helfen dabei, die wechselnden Abfolgen von Gleit- und Abdruckphasen zu erlernen.
    
Hilfreich ist es auch, den Diagonalschritt ohne Stöcke bzw. mit in der Mitte angefaßten und parallel zur Spur geschwungenen Stöcken zu üben.
    
Zur Entwicklung der Innensicht empfehlen sich die auf der Seite Lern-Tools angebotenen Features Bewegungspuzzle, Fotovergleich und Videovergleich. Sie fördern das Verstehen der richtigen Bewegungsabfolgen und das Erkennen der eigenen Bewegungsfehler. 
  
Die Lern-Tools, kombiniert mit dem Üben in praktischen Einheiten, führen zur Festigung der erlernten Technik und deren Bewegungsstruktur sowie zur Automatisierung des Bewegungsablaufes.

   
  
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