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Doppelstockschub DSS Drucken E-Mail
  
Beschreibung

Der Doppelstockschub (DSS) ist eine Basis-Technik im Langlauf, welche sowohl im klassischen als auch im Skating-Bereich Anwendung findet. Neben seinem Einsatz als Lauftechnik selbst ist er beim Doppelstockschub mit Zwischenschritt, Doppelstockschub mit Spurwechsel, Halbschlittschuhschritt, Eintakter, Skating symmetrisch und asymmetrisch 2-1 und beim Bogentreten mit Stockeinsatz eine Teilkomponente der Gesamtbewegung.

Der Doppelstockschub ist charakterisiert durch eine synchrone beidseitige Arm-Stock-Arbeit, bei der die Muskelkraft über die Stöcke auf den Schnee übertragen wird. Der Oberkörper wird dabei von einer aufrechten in eine horizontale Position gebracht und verstärkt die Abstoßbewegung der Arme.
   
Anwendung findet der Doppelstockschub als eigenständige Lauftechnik in aktiven Abfahrten, im ebenen Gelände, bei Übergängen von einer Technik in die andere und neuerdings auch im Wettkampf als Ersatz für die herkömmlichen klassischen und Skating-Techniken [4].

          
  

Bewegungsvideo frontal

Bewegungsvideo frontal       

Bewegungsvideo seitlich

Bewegungsvideo seitlich      

     
   

Der Bewegungsablauf des Doppelstockschubs beginnt mit der Grundstellung:

  
Doppelstock Grundstellung frontalDoppelstock Grundstellung seitlichDie Schulterachse liegt parallel zur Hüftachse, der Oberkörper ist aufrecht. Beine und Hüfte sind gestreckt, die Arme sind leicht gebeugt in Vorhalteposition, die Stöcke parallel und bereit für das Einstechen. Die Fersen können leicht angehoben werden, das gesamte Körpergewicht und der Körperschwerpunkt befinden sich über den Fußballen.  
   
Doppelstock Anfallen frontalDoppelstock Anfallen seitlichNun erfolgt das Anfallen: die Stöcke stechen ein, die Arme beginnen ihre Schubarbeit, der Oberkörper fällt in die Stöcke, von der aufrechten in die horizontale Position. Durch diese Rumpfbeugung wird die Zugbewegung der Oberarm-, Schulter- und Rückenmuskulatur verstärkt. Die Armbeugung in den Ellbogen bleibt erhalten, die Beine bleiben nahezu gestreckt.
   
Doppelstock Zentralposition frontalDoppelstock Zentralposition seitlichAm Ende der Anfallphase befindet man sich in der Zentralposition. Die Lage des Oberkörpers ist horizontal, der Körperschwerpunkt ist in eine zentrale Position über den gleitenden Schiern übergegangen. Arme und Beine sind leicht gebeugt, die Füsse haben einen satten Stand, Körpergewicht und Muskelkraft drücken gleichmäßig auf Schuh und Schi. 
   
Doppelstock Schubphase frontalDoppelstock Schubphase seitlichJetzt erfolgt die Schubphase. Die Hände ziehen unterhalb der Knie vorbei, die Arme werden nach hinten gestreckt, die Handflächen geöffnet und die Stöcke pendeln nach hinten aus. Die Beine bleiben leicht gebeugt, die Kniebeugung wird fixiert. Die horizontale Lage des Oberkörpers wird beibehalten, die Schulterachse liegt nach wie vor parallel zur Hüftachse.
   
Doppelstock Gleitphase frontalDoppelstock Gleitphase seitlichNach Beendigung der Schubphase beginnt die Gleitphase mit einem antriebslosen Gleiten. Dabei erholt sich die beanspruchte Muskulatur. Mit dem Auspendeln der Stöcke nach hinten oben beginnt auch der Oberkörper, sich aufzurichten. Dies wird mit dem aktiven Vorbringen der Arme und Stöcke fortgesetzt und endet in der erneuten Einnahme der Grundstellung.
  
Bewegungsmerkmale

Die Unterstützung der Arm-Stock-Arbeit durch den Oberkörper bewirkt größere Verlagerungen des Körperschwerpunkts und stellt somit erhöhte Anforderungen an die Regulierung des dynamischen Gleichgewichts [4].
   
Das Anfallen des zuerst aufrechten Oberkörpers in die horizontale Position erhöht den Vortriebsimpuls der Anfallphase und der darauf folgenden Schubphase merklich.
  
Das aktive Vorbringen der Arme und Stöcke sowie das aktive Aufrichten des Oberkörpers in der Gleitphase erzeugt einen zusätzlichen Impuls in Vortriebsrichtung, der diese wesentlich verlängert. Das in der Grundstellung durchgeführte Halten des Körperschwerpunkts über den Fußballen wird durch diesen Impuls ebenfalls erleichtert.
  
Der Einsatz des  Doppelstockschubs im Wettkampf als Ersatz für die herkömmlichen Techniken bedingt ein erhöhtes Kraft-Ausdauer-Niveau des Oberkörpers und der Arme.

  
Lernen, Üben, Festigen

Zum Erlernen und Üben des Doppelstockschubs ist es hilfreich, ebenes oder flach abfallendes Gelände aufzusuchen.
  
Man kann dort, basierend auf Bewegungserfahrungen aus dem Langlauf-Basisunterricht (Gleiten, Nutzen der Stöcke zur Gleichgewichtsstabilisierung, Schieben, Abstoßen), verschiedene Gegensatzerfahrungen machen, wie z.B. Nach-Vorne-Fallen, aufrechte Körperhaltung, Absitzen des Oberkörpers (starke Kniebeugung).
  
Als Anfänger muss man besonders auf die Festigung des Bewegungsrhythmus achten.
 
Die Armarbeit kann schnell zu lokalen Ermüdungen der Muskulatur führen. Abhilfe dagegen schafft eine aktive Rumpfbeuge.  
  
Zur Entwicklung der Innensicht empfehlen sich die auf der Seite Lern-Tools angebotenen Features Bewegungspuzzle, Fotovergleich und Videovergleich. Sie fördern das Verstehen der richtigen Bewegungsabfolgen und das Erkennen der eigenen Bewegungsfehler. 
  
Die Lern-Tools, kombiniert mit dem Üben in praktischen Einheiten, führen zur Festigung der erlernten Technik und deren Bewegungsstruktur sowie zur Automatisierung des Bewegungsablaufes.
   
      

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