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Halb-Schlittschuhschritt HSSS Drucken E-Mail
  
Beschreibung

Der Halb-Schlittschuhschritt, auch Siitonen-Schritt, Ausstellschritt, Finnstep oder kurz HSSS genannt, ist eine historische Zwischenform bei der Entwicklung des Skatens, die in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts als Übergangsform vom klassischen Stil zum Skating entstanden ist.
  
Der HSSS ist eine einseitige Bewegungsform, weil immer nur von einem Schi abgestoßen wird. Die Technik erfolgt halb in der Spur (Stand- bzw. Gleitbein) und halb außerhalb der Spur (Abstoßbein). Die Zuordnung der Technik zum Freien Stil resultiert aus dem Verbot ihrer Ausübung bei klassischen Wettkämpfen.
   
Anwendung findet der Halb-Schlittschuhschritt bei der aktiven Abfahrt, bei Richtungsänderungen, bei hängenden Querpassagen und im Wettkampf als Übergangs- und Beschleunigungsform. Im Allgemeinen nimmt die Bedeutung der Technik jedoch ab. Methodisch ist die Technik interessant beim Erlernen des Skatens, weil sie eine Bewegungsverwandtschaft zum Eintakter zeigt [4].

          
  

Bewegungsvideo frontal

Bewegungsvideo frontal       

Bewegungsvideo seitlich

Bewegungsvideo seitlich      

     
   

Der Bewegungsablauf des Halb-Schlittschuhschritts beginnt mit der so genannten Grundstellung [10]:

  
HSSS Grundstellung frontalHSSS Grundstellung seitlichDabei liegt die Schulterachse parallel zur Hüftachse. Nase, Hüfte, Knie und Sprunggelenk befinden sich auf einer räumlichen Line, die in der Frontalansicht lotrecht verläuft. Der Körperschwerpunkt ist vorne, das Gewicht liegt auf dem Stand- bzw. Gleitbein. Die Arme sind leicht gebeugt in Vorhalteposition, die Stöcke parallel und schräg nach hinten gerichtet.
   
HSSS Zentralposition frontalHSSS Zentralposition seitlichNun erfolgt das Anfallen: das Gleitbein wird gebeugt, der Körperschwerpunkt abgesenkt und das Gewicht nach außen zum Abstossbein verlagert. Die Achsen in Schulter und Hüfte bleiben stabil und parallel zueinander. Der abstoßende Schi wird aufgesetzt und an der Schi-Innenkante wird ein gleichmäßiger Druck aufgebaut. Die Arme beginnen ihre Schubarbeit.
   
HSSS Abstoßstreckung frontalHSSS Abstoßstreckung seitlichAus dieser Zentralposition heraus erfolgt nun eine seitliche Abstoßstreckung, der Schi wird gleichmäßig in Gleitrichtung geschoben. Das Gewicht verlagert sich wieder zurück auf das Gleitbein, der Körperschwerpunkt wird auf den gleitenden Fuß gebracht. Die Stöcke beenden ihren Schub noch vor dem Abstoßbein und pendeln hinten aus. 
   
HSSS Gleitphase frontalHSSS Gleitphase seitlichNach der Abstoßstreckung befindet man sich in einer langen Gleitphase. Die Beinstreckung ist markant, der Körperschwerpunkt wird noch weiter über das Gleitbein verlagert und dort gehalten. Der Oberkörper richtet sich auf, das Gleitbein wird leicht gestreckt. Arme und Stöcke werden nach vor gebracht. Danach erfolgt ein neuerliches Anfallen hin zur Zentralposition.
  
Bewegungsmerkmale

Bedingt durch die Einseitigkeit der Bewegungsform muss bei längerem Laufen auf einen regelmäßigen Wechsel zwischen Abstoß- und Gleitbein geachtet werden, um nicht zu ermüden.
  
Die Gleitphase ist lang, setzt also ein gewisses Maß an koordinativen Fähigkeiten voraus.
   
Der Körperschwerpunkt (KSP) pendelt regelmäßig zwischen Gleitbein und Abstoßbein hin und her, der Oberkörper ist ständig in einer gebückten Haltung. 
   
Der Beinabdruck erfolgt vom seitlich ausgestellten, gekanteten Schi und wird von einem zeitlich leicht versetzten Doppelstockschub unterstützt. Je höher die Geschwindigkeit ist, umso kleiner wird der Ausstellwinkel [4].

  
Lernen, Üben, Festigen

Beim Erlernen des Halb-Schlittschuhschritts sollte man auf Bewegungserfahrungen aus anderen Teiltechniken zurückgreifen können, wie zum Beispiel Gleiterfahrungen auf dem Schi, Doppelstockschub (klassische Technik) und seitlicher Beinabstoß (Skating). Auch kann man Erfahrungen mit rhythmischen KSP-Verlagerungen (z.B. Eintakter) nutzen.
    
Bedingt durch die Fixierung des Gleitschis in der Spur ist der HSSS für Anfänger leicht erlernbar. Die Bewegungsrichtung ist durch die Schienenfunktion der Spur vorgegeben. Die Arbeitsteilung der Beine ist klar getrennt und gleichbleibend.
  
Für das methodische Vorgehen empfiehlt es sich, auf leicht abfallendem Gelände zu beginnen und Variationen des Ausstellwinkels, der Laufgeschwindigkeit und der Schrittfrequenz zu üben. Am Beginn sollten außerdem die Körperschwerpunktverlagerungen gering gehalten werden [4].
  
Zur Entwicklung der Innensicht empfehlen sich die auf der Seite Lern-Tools angebotenen Features Bewegungspuzzle, Fotovergleich und Videovergleich. Sie fördern das Verstehen der richtigen Bewegungsabfolgen und das Erkennen der eigenen Bewegungsfehler. 
  
Die Lern-Tools, kombiniert mit dem Üben in praktischen Einheiten, führen zur Festigung der erlernten Technik und deren Bewegungsstruktur sowie zur Automatisierung des Bewegungsablaufes.
   
      

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