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Langlaufausrüstung

Die geeignete Langlaufausrüstung trägt wesentlich zum erfolgreichen Erlernen der Sportart bei. Das gilt für das anfängliche Erlernen der Grobform der Techniken, aber auch für die Weiterentwicklung zur Feinform bzw. Feinstform. Was genau im konkreten Fall die richtige Ausrüstung ist, hängt davon ab, ob man eher Schiwandern (Gesundheit, Wellness) oder sportlich ambitioniert laufen will. Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick über die wichtigsten Komponenten der Ausrüstung (Schi, Schuhe, Bindung, Stöcke und Bekleidung) sowie Tipps und Instruktionen zu deren Handhabe und Pflege.

Der Schi

Grundsätzlich unterscheidet man 4 verschiedene Schitypen:


Nowax- oder Schuppen-Schi:
für Skiwanderer und Freizeitläufer, als Erstausrüstung für
Anfänger und Kinder

Allround-Schi:

für Anfänger und Freizeitläufer, die nur mit einem Paar
Schi klassisch laufen und skaten möchten
Wachs-Schi klassische Technik:
für den sportlichen Läufer, der auch an Wettkämpfen
teilnimmt und die Schi wachsen kann
Skating-Schi:
für sportliche Läufer und solche, die im Sommer gerne
inline-skaten; das Wachsen der Steigzonen entfällt

Die Wahl der Schilänge hängt von Gewicht, Größe und Lauftechnik ab. Gute Techniker können zu längeren, gleitfähigeren Schiern greifen. Das Körpergewicht beeinflusst die zu wählende Schihärte: Diese ist in STIFF für schwerere Läufer, MEDIUM für Normalgewichtige und SOFT für leichte Läufer unterteilt. Die Wahl eines härteren oder weicheren Schis hängt auch von der Beinabstoßkraft ab. Hilfestellung bei der Ermittlung der passenden Schilänge und -härte findet man im Sportfachhandel und bei Schiherstellern, die einschlägige Tabellen zur Verfügung stellen.

Funktionsweise eines klassischer Schis
Der Wachs-Schi hat einen durchgängig glatten Belag, der in den Gleitzonen mit Gleitwachsen und in der Steigzone (sie beginnt ca. 40cm vor der Schuhspitze und endet ca. 10cm hinter der Ferse) mit Steigwachsen, Klistern oder Tapes behandelt wird (siehe unten). Beim wartungsfreien Nowax-Schi ist die Steigzone mit Schuppen, Kronenschliffen, Mikroschuppen oder Chemical-Belägen versehen, die für den nötigen Griff im Schnee sorgen, aber einen gewissen Gleitwiderstand mit sich bringen.
Klassischer Langlaufschi

Steigzone beim klassischen Schi

Beim Abdruck ermöglicht die Steigzone des Schis die Haftreibung, die für die Beschleunigung in Fahrtrichtung nötig ist: Die Vorspannung des Schis wird reduziert, die Restspannung lässt das Greifen der Steigzone im Schnee zu [6].


Mit Hilfe der Papiermethode lassen sich die optimale Schihärte und Schilänge für Klassik-Schi bestimmen. Dabei schiebt man ein Blatt Papier unter die mit dem vollen Körpergewicht einmal einbeinig und einmal zweibeinig belasteten Schi. Bei einbeiniger Belastung darf sich der Papierstreifen unter dem Schi nur sehr schwer bewegen lassen. Bei beidbeiniger Belastung sollte er im Bereich von 25-40cm vor der Schuhspitze und 5cm hinter der Ferse verschiebbar sein. Die Unterlage der Schi sollte glatt und eben sein. Im Sportfachhandel werden Platten eingesetzt, die diese Eigenschaft aufweisen.
Funktionsweise eines Skating-Schis

Skating-Schi sind kürzer und steifer. Sie haben verstärkte Seitenwangen und eine andere Biegelinie. Weiters zeichnen sie sich durch erhöhte Torsionssteifigkeit und schnellere Energierückführung aus. Sie ermöglichen eine optimale Druckverteilung bei Belastung des Schis.

Skating-Langlaufschi
Zu weiche Schi sind langsam und haben schlechte Führungseigenschaften. Zu harte Schi graben mit Schaufel und Schi-Ende im Schnee [6].
Steifiheit des Langlaufschis

Die sogenannten PLUS- und COLD-Beläge maximieren die Laufleistung des Schis bei unterschiedlichen Schneeverhältnissen. PLUS-Schi eignen sich optimal für warmen und schnellen Schnee, wie er typischerweise in Mitteleuropa vorkommt, COLD-Schi für tiefe Temperaturen und stumpfen Schnee wie z.B. in Skandinavien.

Der Schuh
Beim Schuhkauf ist zu beachten: Mittelhohe Kombischuhe eignen sich sowohl für die klassische Technik als auch für Skating und sind insbesondere für Schi-Wanderer vorteilhaft. Sportlich ambitionierte Läufer sollten für jede Technik ein eigenes Modell wählen. Generell gilt für Langlaufschuhe: Sie sollen eine halbe Nummer größer als die übliche Schuhgröße sein, sonst sind nach längeren Laufstrecken Druckstellen auf den Zehennägeln unausweichlich.

Allround- oder Kombischuhe

Schuhe dieser Art können für beide Techniken, Skating und Klassisch, verwendet werden. Sie sind weicher als Skating-Schuhe, bieten aber vor allem für Freizeitläufer noch genügend Halt. Beim Abdruck wirkt sich die im Vergleich zum Klassik-Schuh steifere Sohle nachteilig aus.

Langlauf-Kombi-Schuh für den Klassischen und Freien Stil

Schuhe für Klassik

Sie haben eine biegsamere Sohle als Skating-Schuhe, speziell unter dem Ballen. Auch im Wettkampfbereich haben sich halbhohe Schuhe durchgesetzt. Sie bieten besseren Halt, größeren Knöchelschutz und halten die Füße länger warm und trocken.

Langlaufschuh für den Klassischen Stil

Schuhe für Skating

Skating-Schuhe sind höher und haben ein Drehgelenk. Sohle und Innenseite sind steifer, daher kann die Kraft beim seitlichen Abdruck besser übertragen werden. Man erreicht damit auch eine bessere seitliche Fixierung des Sprunggelenks im Schuh.

Langlaufschuh für den Freien Stil

Die Bindung
Als Brücke zwischen Fuß und Schi muss die Bindung hohe Abdruck- und Führungsstabilität gewährleisten und das Anziehen des Schis zum Rückfuß hin nach der Abdruckphase erleichtern. Dabei helfen eine spezielle Auflagefläche, eine Führungsschiene, die sich wie Nut und Feder in den Schischuh einpasst, und ein spezielles Gelenk- und Federnsystem.

Klassische Bindung

Bei der klassischen Bindung ist der Schuh nur vorne befestigt. Ein Gummikeil mit eingebauter Feder sorgt für die nötige Beweglichkeit beim Beugen und Strecken des Fußes und unterstützt das Heranziehen des Schis.

Skating-Bindung

Bei der Skatingbindung wird der Schuh vorn und unter dem Fußballen befestigt. Die Feder, die das Heranziehen des Schis unterstützt, befindet sich in der zweiten Arretierung. Dieses so genannte PILOT-System erleichtert das Heranziehen des Schis zum Rückfuß und sichert eine stabile Schiführung während des gesamten Bewegungszyklus.

Die Stöcke
Schlaufenverbindung

Ein Langlaufstock besteht aus einem Hohlrohr, einem Handgriff mit Schlaufe und einem Stockteller mit Spitze. Der Stock soll leicht, bruchfest und stabil sein. Je nach Preis variiert die Ausführung von Alu bis hin zu Carbon und Fiberglas. Bei vielen Stöcken ist die Schlaufenverbindung mit einer trapezförmigen Handauflagefläche versehen, die die Kraft gleichmäßig auf die Handfläche verteilt. Ein Klettverschluss ermöglicht die Anpassung an die Handfläche.

Die Stocklänge ist entscheidend für die korrekte Ausführung der Langlauf-Techniken. Trotzdem sind viele Läufer mit zu kurzen oder zu langen Stöcken unterwegs. Sie riskieren neben Problemen in der Technik auch Schmerzen im Bewegungsapparat. Dabei ist es nicht schwierig, die optimale Stocklänge zu ermitteln [6]:


Klassische Technik: 84% der Körpergröße
Freie Technik: 89% der Körpergröße

Die Bekleidung

Bei der Unterwäsche ist Kunstfaser (Transtex) erste Wahl, denn nur sie leitet den Schweiß sofort vom Körper weg. Baumwolle saugt ihn an und löst Erkältungen aus. Das Obermaterial sollte atmungsaktiv, aber nicht winddurchlässig sein (Goretex). Bei tiefen Temperaturen empfiehlt sich spezielle Langlaufunterwäsche mit Windstoppereinsätzen an der Vorderseite. Das Zwiebelsystem (mehrere Schichten und kein z.B. dicker Schi-Anzug) ermöglicht ein „trockenes“ Langlaufen.

Ausreichender Kopfschutz ist ebenfalls von Bedeutung: Mehr als die Hälfte der Körperwärme geht über den Kopf verloren. Mützen sollten daher Transtexeinsätze haben, die den Schweiß nach außen leiten.

Eine Langlaufbrille ist absolutes Muss und schützt die Augen nicht nur vor Sonne, sondern auch vor Kälte und Wind (wichtig für Abfahrten).

Ebenso braucht man Langlaufhandschuhe und gute Laufsocken.

Nach dem Langlaufen ist es wichtig, die nasse Kleidung sofort zu wechseln.

Trinkgurt

Ein Trinkgurt bzw. eine Trinkflache sind unbedingt anzuraten. Bei längeren Einheiten sollte man nach einem Drittel der Belastungszeit beginnen, regelmäßig zu trinken. Empfehlenswert sind isotonische Getränke, die den Organismus mit Mineralien und Spurenelementen versorgen. Dass die Flüssigkeit nicht zu kalt wird, lässt sich durch isolierte Trinkgurte bzw. entsprechend ausgeführt Getränkeflaschen gewährleisten.

Für längere Touren ist auch der Einsatz von Camel-Bags (Rücksäcke mit integriertem Flüssigkeitsbeutel) ratsam.

Das Wachsen

Langlaufen macht Spaß, wenn der Schi optimal gleitet und – in der klassischen Technik – im Anstieg gute Griffigkeit aufweist. Voraussetzung dafür ist eine Präparierung, die den Anforderungen des jeweils gewählten Stils entspricht. Man unterscheidet daher zwei Arten:

- Präparierung der Gleitzonen
- Präparierung der Steigzonen des klassischen Schis

Präparierung der Gleitzonen

Man geht bei der Präparierung der Gleitzonen in folgenden Schritten vor:

Reinigung der Gleitflächen
Reinigung der Gleitflächen: Mittels einer Messingdraht- oder einer harten Kunststoff-Bürste wird der Belag von Schmutzresten gesäubert. Eine Bohrmaschine mit entsprechendem Bürstenaufsatz eignet sich natürlich ebenfalls für diese Aufgabe. Danach wird der Belag mit einem Putzvlies und einem Belagsreinigungsmittel gereinigt. Baumwolltücher dürfen dabei nicht verwendet werden, sie würden feine Fusseln und Fasern im Belag hinterlassen!

Aufbringen des GleitwachsesAufbringen des Gleitwachses: Mit einem Bügeleisen wird nun ausreichend Gleitwachs auf den Belag getropft. Die Temperatur des Bügeleisens soll im Bereich der Schmelztemperatur des Wachses liegen. Pulverwachse werden als feiner Film auf den Belag gestreut. Danach wird unter ständigem Ziehen des Bügeleisens das Wachs in den Belag eingebügelt. Wichtig: Das Bügeleisen sollte nie länger auf einem Punkt stehen, um Schäden durch Überhitzung zu vermeiden.
Abziehen des GleitwachsesAbziehen des Gleitwachses: Nach dem Aufbringen des Gleitwachses lässt man den Schi 15-20 Minuten abkühlen, ehe man das überschüssige Wachs mit einer Klinge aus Kunststoff von vorne nach hinten abzieht. Das Wachs in der Mittelrille (diese stellt einen nicht unbeträchtlichen Teil der Lauffläche des Schis dar und wird beim Auftragen des Gleitwachses vollständig gewachst) wird mit einer speziellen, rund geformten Abzehklinge entfernt.
Ausbürsten der Gleitflächen
Ausbürsten der Gleitflächen: Nach dem Abziehen des Wachses wird der Belag mit einer Kunststoff- oder Rosshaarbürste ausgebürstet, um die restlichen Wachspartikel von der Gleitfläche zu entfernen – sie hätten eine bremsende Wirkung. Dabei beginnt man an der Spitze der Schi. Wiederum ist es wichtig, durchgängig zu arbeiten, um Querkanten aus Wachs auf dem Belag zu vermeiden. Zum Ausbürsten kann auch eine Bohrmaschine mit weichem Bürstenaufsatz verwendet werden.

Anbringen einer Struktur: Routinierte Läufer oder Wettkämpfer können die Gleitfähigkeit des Belags weiter steigern, indem sie ihn an die jeweiligen Schneeverhältnisse anpassen. Mit Hilfe eines speziellen Geräts pressen sie zu diesem Zweck eine bestimmte Struktur in die Belagsoberfläche. Dieser so genannte Strukturhobel erzeugt durch die Erhöhungen auf den Walzen an seiner Unterseite das gewünschte Rillenmuster. Dies minimiert die Ansaugfähigkeit des Belags für Wasserpartikel, welche bei der Gleitreibung des fahrenden Schis entstehen, und beschleunigt den Gleitvorgang. Die folgenden Abbildungen zeigen z.B. eine lineare Struktur, eine Kreuzstruktur und eine versetzte, gebrochene Struktur [4]:


Lineare StrukturKreuzstrukturVersetzte, gebrochene Struktur
Präparierung der Steigzonen mit Steigwachsen

Während das Präparieren der Gleitzonen für beiden Arten von Langlaufschiern gilt (klassisch und Skating), werden klassische Schi ohne Steighilfe in der Steigzone zusätzlich mit so genannten Steigwachsen präpariert (bei Schi mit Steighilfen - z.B. Schuppenschi, Schi mit Crown- oder Nowax-Technologie - entfällt dieser Schritt).

Je nach Schneetemperatur verwendet man unterschiedlich harte Wachse (kalt=hart, warm=weich), die von den Herstellern farblich codiert sind. Kombinationen sind möglich und durchaus auch sinnvoll, die Farb-Temperaturtafeln der Hersteller sollten aber unbedingt beachtet werden. Die Steigwachse werden in dünnen Schichten auf die Steigzone aufgebracht und danach mit einem Kork oder dem Handballen verrieben. Es empfiehlt sich dabei, anstatt weniger dickerer Schichten mehrere dünne Schichten aufzutragen. Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel einer Farbskala [4]:


Farbskala für Steigwachse
Präparierung der Steigzonen mit Klisterwachsen

Zusätzlich zur Präparierung mit Steigwachsen kann man bei schwierigen Schneeverhältnissen (z.B. eisiger oder nasser Spur) die Steigzonen mit so genannten Klisterwachsen präparieren. Dabei handelt es sich um zähflüssige, meist in Tuben abgefüllte Spezialwachse, für die es ebenfalls herstellerspezifische Farb-Temperaturtafeln gibt.

Die Klisterwachse werden punktuell auf die Steigzone aufgetragen und dann mit dem warmen Handballen verteilt, sodass ein möglichst gleichmäßiger und dünner Wachsfilm entsteht. Kombinationen verschiedener Klistersorten untereinander und auch solche mit Steigwachsen sind möglich und oft durchaus sinnvoll.

Präparierung der Steigzonen mit Tapes

Eine Neuerung der letzten Jahre stellt die Präparierung mit speziellen Klebebändern dar: Bei der so genannten TAPE-Technologie wird, wie der Name schon erahnen lässt, ein Klebeband mit einer Steighilfe auf die Steigzone geklebt. Je nach Temperatur gibt es, ähnlich wie bei den Steigwachsen, verschiedene Abstufungen, die wiederum farblich gekennzeichnet sein können.

Schi mit dieser Art der Steighilfe weisen im Vergleich zu den Nowax- oder Schuppenschiern eine verbesserte Gleitfähigkeit auf. Im Vergleich zu Schiern mit der herkömmlichen Art der Steigzonenpräparierung mit Steigwachsen oder Klistern sind sie einfacher zu handhaben.


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