schilanglauf.net - Methodik des e-Learnings auf schilanglauf.net
schilanglauf.net




Home arrow Methodik e-Learning
Methodik des e-Learnings auf schilanglauf.net

Im modernen Langlauf-Unterricht geht es neben dem bloßen Vermitteln der Technik immer mehr darum, die Lust an der Sportart in den Mittelpunkt zu stellen. Durch diesen erlebnisorientierten Ansatz gewinnt auch ein weiteres Ziel an Bedeutung: die Selbständigkeit der Lernenden.


Spaß am Langlaufen

Moderner Langlauf-Unterricht beinhaltet daher [2]:

- Vermittlung der Sportart als lustvolles Erlebnis
- individuelles Eingehen auf Ansprüche und Bedürfnisse
- Auswahl der jeweils adäquaten Bewegungs- und Technikformen
- Anleitung zum selbständigen Erkennen von Schwächen
- Befähigung zur Selbstregulation und -korrektur
- Motivation zum Lernen aus weiterführenden Übungen

Voraussetzungen dafür sind

- Grundkenntnisse der wichtigsten Techniken (sie entstehen durch theoretisches und praktisches
Aneignen und Üben in den einzelnen Disziplinen)
- Bewegungsvorstellungen und -wahrnehmungen, Bewegungserfahrungen und -empfindungen

Die Bewegungsvorstellung
Motorisches Lernen läuft normalerweise, unabhängig vom technischen Niveau, folgendermaßen ab: am Anfang hat man grundlegende Informationen über die Bewegung (Wissen). Dies ist der Ausgangspunkt zum nun folgenden Umsetzen der Bewegung. Man spricht dann auch von Üben. Mit den körpereigenen Fühlern (Analysatoren) wird der momentane Ist-Zustand erfaßt und gemeldet. Dieser wikt sich auf die Bewegungsvorstellung aus und setzt sozusagen den neuen Sollwert [10].

Motorisches Lernen

Die Bewegungsvorstellung entsteht aus der Summe aller Informationen über eine Bewegung. Diese Informationen können auf unterschiedliche Weise vermittelt werden:

- verbal (Beschreibung der Techniken, Vorgabe und Korrektur der Bewegungen)
- optisch (Vorführen der Techniken durch den Lehrer, Bilder, Fotos, Filme)
- rhythmisch-akustisch (Zurufen, Klatschen, Musik)
- mit Hilfe materieller Hilfsmittel (Sportgeräte, Geländeformen und -situationen)


Knotenpunkte der Bewegung

Die Vorstellung, die wir von einer Bewegung haben, ist weiters in hohem Maße davon abhängig, wie wir sie empfinden. Diese kinästhetische Erfahrung ist uns aber nicht immer bewusst. Das Bewegungsgefühl basiert auf der Wahrnehmung der eigenen Bewegung, also auf den Spannungsverhältnissen der Muskulatur und den räumlichen und zeitlichen Positionen zentraler Punkte des Bewegungsapparats, den so genannten Knotenpunkten der Bewegung. Die übenden Personen müssen lernen, diese Informationen bewusst aufzunehmen und zu verwerten. So gelingt ihnen das Identifizieren von Gesamtbewegungen und einzelnen Bewegungsphasen. Ein Eingriff des Lehrers ist dabei nicht oder nur sehr begrenzt möglich.

Ziele der e-Learning Plattform

Die bewusste Wahrnehmung der eigenen Bewegung kann man auch als Entwicklung der Innensicht beschreiben. Dass ihre Förderung im praktischen Unterricht oft zu kurz kommt, führt mitunter zu Problemen der Lernenden, die den Lernprozess empfindlich stören. Hier will die e-Learning Plattform Abhilfe schaffen, indem sie die bewusste Wahrnehmung der einzelnen Bewegungsphasen und der Gesamtbewegung erleichtert. Ihre Kombination mit den Beobachtungen der Trainer, der Außensicht, soll in den praktischen Einheiten einen optimalen Lernfortschritt gewährleisten.

Der e-Learning-Prozess umfasst 4 didaktische Komponenten:

- Detaillierte Beschreibung der Langlauftechniken, Teiltechniken und Bewegungsphasen
- Üben und Festigen der richtigen Bewegungsabfolgen mit einem Bewegungspuzzle
- Bildvergleich eigener Fotos mit denen eines Modells (Bildkorrelation, Strichmännchen-Darstellung)
- Videovergleich eigener Bewegungsvideos mit denen eines Modells (Videoüberlagerung)

Beschreibung der Langlauftechniken

Körperachsen

Die einzelnen Techniken des Schilanglaufs (Klassischer Stil oder Diagonalschritt, Freier Stil oder Skating) und ihre Teiltechniken sowie deren Bewegungsphasen werden in Wort und Bild beschrieben. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei den charakteristischen Positionen in den einzelnen Bewegungsphasen zu, also den Knotenpunkten der Bewegung, den Öffnungswinkeln in diesen Punkten, der korrekten Lage der Körperachsen und den Spannungsverhältnissen der Muskulatur. Die physikalischen Hintergründe (Massenverlagerungen, Schwungeinsätze, optimaler Vortrieb, Impuls- und Energieerhaltung) werden ebenfalls erörtert.

Weiters wird das erlernte Wissen durch Reihenbilder gefestigt. Schlussendlich wird die Anwendung der einzelnen Techniken beschrieben und deren Geländeangepasstheit hervorgehoben.

Das Bewegungspuzzle

Die einzelnen Techniken werden als Bildfolgen von ca. 10-20 Bildern je Bewegungszyklus einer Teiltechnik dargestellt. Die nach dem Zufallsprinzip geordneten Bilder müssen nun in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Die Lösung dieser Aufgabe stärkt die Fähigkeit der Lernenden, die Situationen zu erkennen, zu verstehen und richtig zu ordnen.


Screenshot Bewegungspuzzle

Das entdeckende Lernen (exploratory learning) des Kognitivismus soll im Vordergrund stehen [1]:

- Der Lernprozess wird dabei durch die Lernenden selbst gesteuert.
- Sie müssen selbständig Informationen finden, ordnen, Regeln ableiten und Probleme lösen.
- Ihre Neugier und ihr Interesse stehen im Mittelpunkt (hohe intrinsische Motivation).
- Implizites Lernen und Intuition sollen betont werden.
- Ziel ist die Ausbildung der Problemlösungsfähigkeit, in weiterer Folge der erfolgreiche
Transfer von der Theorie in die Praxis.

Der Bildvergleich
Dieses Modul ermöglicht es den Usern, ihre eigenen Aufnahmen (die z.B. mit einer Digitalkamera während des Kurses oder Trainings gemacht wurden) durch Bildüberlagerung mit den Idealpositionen eines Modells zu vergleichen.

Affin-Transformation

Die eigenen Bilder werden anhand korrelierender Punkte den Sollbildern zugeordnet. Dabei kommt ein eigens entwickeltes Java-Applet zum Einsatz, welches beim Starten noch signiert werden muss.


Screenshot Bildvergleich Ist-PositionScreenshot Bildvergleich Soll-PositionNach dem Markieren des entsprechenden Fotos in einem Auswahlmenü gilt es zunächst, die charakteristischen Punkte am eigenen Foto, also die Ist-Position, anzuklicken (Abbildung links). Dann erfolgt die Berechnung der Bildkorrelation mit Hilfe einer Affintransformation [3]. Nach dem Abgleich der Fotos wird die Soll-Position des jeweiligen Moments als Strichmännchen veranschaulicht (Abbildung rechts). Zusätzlich können die Abweichungen geschätzt werden (Winkel- und Längenangaben).
Der Videovergleich

Auch beim Videovergleich kommt ein zuvor zu installierendes und zu signierendes Java-Applet zur Anwendung, das eigene Bewegungsvideos mit jenen eines Modells vergleicht. Das gewählte Video wird zuerst in einem Auswahlmenü geladen.


Bildkoordinatenverlauf

Bewegungsvideo mit Sollposition

Danach müssen am Startbild die charakteristischen Punkte laut Vorgabe angeklickt werden. Das Video wird zunächst in eine Bildsequenz zerlegt. Mit Hilfe von Pixelmasken, die Informationen über die Grauwertverteilung in der Umgebung der geklickten Punkte enthalten, können diese Punkte nun über die ganze Bildsequenz verfolgt werden. So kann die Ist-Position während der kompletten Abspielzeit des Videos automatisch erkannt werden. Wie bei der Bildkorrelation kommt es nun zum Abgleich der individuellen Bildfolge mit jener des Modells. Im Anschluss daran wird die analysierte Bildsequenz wieder zu einem Video zusammengesetzt. Als Ergebnis wird die Sollposition als Strichmännchen im eigenen Video dargestellt.


www.schilanglauf.net (c) A.Prader 2005-2011