schilanglauf.net - Geschichte des Schilanglaufs
schilanglauf.net




Home arrow Geschichte
Geschichte des Schilanglaufs Drucken E-Mail
   
Lappe auf Holzschiern 
Tausende Jahre alte Schis haben in den Mooren Skandinaviens die Zeiten überdauert, prähistorische Pioniere des Schilaufs in Felsbildern ihre Spuren hinterlassen. Ihre Schis sehen den heutigen schon verblüffend ähnlich, waren jedoch noch keine Sportgeräte. Sie wurden zur Jagd und zum Überwinden längerer Distanzen genutzt (Abbildung aus «Luther C.J.: Bilderbuch der alten Schneeläufer, München 1942» [8]).
  

Frühe Holzschnitte von Schifahrern enthält bereits ein 1555 in lateinischer Sprache verfasstes Buch: Die in Rom erschienene «Historia de gentibus septentrionalibus» («Geschichte der Völker unter dem Sternbild des Großen Wagens») des schwedischen Bischofs Olaus Magnus [9] gilt nicht nur als erste ausführliche Beschreibung des Schilaufs, sie erwähnt auch schon die Veranstaltung von Wettläufen.
 
Bis heute werden in den skandinavischen Ländern populäre Langlauf-Wettrennen veranstaltet, teils zum Gedenken an legendäre Begebenheiten der nationalen Geschichte. So erinnert etwa der Birkenbeinerlauf (Rena – Lillehammer, 58 km) seit 1932 an die Rettung eines jungen norwegischen Königssohns, während der erstmals 1921 veranstaltete Wasalauf (Sälen – Mora, 90 km) dem Andenken des legendären schwedischen Herrschers Gustav Wasa gewidmet ist.
  
Dass die Begeisterung für den Schilanglauf auch auf Mitteleuropa übergriff, gilt als Verdienst von Fridtjof Nansen. Der norwegische Polarforscher hatte über seine (Schi-)Expeditionen den populären Reisebericht «På ski over Grønland» verfasst. Die 1891 erschienene deutsche Übersetzung «Auf Schneeschuhen durch Grönland» [11] motivierte viele Leser zum Erproben der neuartigen Fortbewegungstechnik. 1924, Nansen hatte es mittlerweile als Völkerbund-Hochkommissar zum Friedensnobelpreisträger gebracht, wurde das Langlaufen bei den 1. Olympischen Winterspielen in Chamonix bereits als eigene Disziplin zugelassen.

  
Klassischer Stil

Dominierende Technik im Langlauf blieb bis zur Mitte der 1980er-Jahre der Diagonalschritt, der auch als Klassischer Stil bezeichnet wird. Er entstand aus der bloßen Fortführung des Gehens oder Laufens im unpräparierten Gelände, was ja das Ziehen einer eigenen Spur erforderlich macht. Die Ausrüstung war zunächst äußerst schlicht: Aus Holz gefertigt, verfügten die Schi über einfache Bindungen, die Stöcke über Teller aus Holz, Draht und Leder. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzten sich zunehmend synthetische, industriell verarbeitete Materialien durch.

    

Die hohe Qualität des nunmehr sowohl robusteren als auch leichteren Materials sowie die maschinelle Präparierung der Loipen führten zur Entwicklung einer neuen Langlauftechnik: Das Skating, auch Freier Stil genannt, geht auf den Finnen Pauli Siitonen zurück:

      
Skating oder Freier Stil 

Er begann in den 1970ern damit, einen Schi aus der Spur auszustellen und so einen stärkeren Abstoß und mehr Vortrieb zu erzielen (diese teilweise heute noch verwendete Technik wird „Siitonen-Schritt“ genannt). Der Freie Stil wurde binnen kürzester Zeit von vielen Renn- und Hobbyläufern übernommen und weiterentwickelt – wohl wegen der scheinbaren Einfachheit der Technik und der damit verbundenen großen Bewegungsdynamik. Mittlerweile gibt es Wettkämpfe und auch Volksläufe, die in beiden Techniken ausgeschrieben sind.  


Die meisten Langlaufgebiete offerieren heutzutage Loipen, die für beide Techniken präpariert sind. Im Spitzensport, wo die Ähnlichkeit der beiden Stile und der methodisch-didaktische Wert des kombinierten Trainings erkannt wurden, halten sie sich sowohl im Training als auch im Wettkampf die Waage. 

  
Loipe für die Freie und Klassische Technik
   
  
www.schilanglauf.net (c) A.Prader 2005-2006